Wichtiger Hinweis: Bei dieser Homepage handelt es sich um eine private Seite rund um das Thema moderne Feldpost

Feldpost in den Medien

Mit Genehmigung des Redakteurs beim Hörfunks des Norddeutschen Rundfunks, darf ich den folgenden redaktionellen Beitrag auf meiner Seite veröffentlichen. Namen usw. habe ich anonymisiert.

 

Der Beitrag stammt aus einer Reihe des NDR zu militärischen Themen. Hier einmal der Überblick, was"man" dort so bietet: NDR-Programmschema. Speziell zu militärischen Themen hier der Link zu den Manuskripten von vergangenen Sendungen.

 

 Und natürlich können Sie den Sender auch als Podcast empfangen -Link-

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Das Einsatzgebiet der Bundeswehr ist die ganze Welt. So hat es einmal der frühere Verteidigungsminister Struck ausgedrückt. Knapp 9.000 deutsche Soldaten sind auf drei Kontinenten im Einsatz – auch während der anstehenden Feiertage. Da gilt es besonders, Verbindung und Kontakt zu den Angehörigen zu halten. Und obwohl wir uns im Zeitalter des Internets befinden erlebt der handgeschriebene Brief in diesen Tagen eine Renaissance. Viel zu tun für die Feldpost der Bundeswehr. (Manuskript S. Hasselmann)

Mitte des 18. Jahrhunderts war es, als Preußenkönig Friedrich II. den Wert einer verlässlichen Nachrichtenverbindung zwischen seinen Soldaten im Feld und den

Feldpostamt Camp Warehouse (Innenansicht)

Familien daheim erkannte: während des Siebenjährigen Krieges erhielt seine Armee das weltweit erste Feldpostsystem der Neuzeit. Ab 1778 wurden sogar Feldpostämter bei der Truppe eingerichtet. Zuständig schon damals: die zivile Post und ihre „Feldpostmeister“ hoch zu Roß. Bis heute hat sich an dieser Konstruktion grundsätzlich nichts geändert, auch wenn das deutsche Feldpostwesen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lange nicht aktiviert war, wie Reinhard Kellermann berichtet, der zum Beispiel in Afghanistan die dortigen Feldpostämter inspiziert:

O-Ton:

„Erst bei dem ersten Einsatz 1982 in Kambodscha lebte die quasi bis dahin virtuell existierende Feldpost der Bundeswehr auf, und seitdem gab es auch einen Feldpostbeauftragten.“ ...und zwar sowohl bei der Bundeswehr wie auch bei der Deutschen Post, die den Beamten und Bundeswehrreservisten Kellermann zu ihrem Feldpostbeauftragten machte. Er ist zuständig für einen Pool mit derzeit 503 Postmitarbeitern:

allesamt Freiwillige, die einst gedient haben oder Reservisten sind und die nun einen Eignungstest bestanden. Für den Auslandseinsatz tauschen sie ihre gelb-blauen Zivilsachen gegen die olivgrüne Bundeswehruniform und absolvieren eine militärische Grundübung. Ihre Postbezüge laufen unverändert weiter, und oben drauf kommen Wehrsold und Auslandsverwendungszulage - wie bei den Einsatzkräften an der Waffe. An Interessenten mangelt es der Post nicht. Und das ist hilfreich, denn ob staatliche Behörde oder Aktiengesellschaft: die Post war immer zur Amtshilfe verpflichtet - unter dem Preußenkönig und Kaiser Wilhelm, in der Weimarer Republik, wie unter Hitler und seit 1949 auch in der Bundesrepublik. So will es das „Sicherstellungsgesetz für Post und Telekommunikation":

O-Ton:

„Darin wird die Deutsche Post verpflichtet - wir machen das natürlich gerne - die Feldpostversorgung der Bundeswehr personell zu unterstützen. Wenn Krieg ist, wenn es eine bundesweitere Krise gibt und wenn es eine bundesweite Katastrophe geben sollte, die Bundeswehr in Einsatz geht, ihre Strukturen, ihre Logistik aufbaut - immer dann fängt die Feldpost an, und neuerdings fallen auch die NATO-Einsätze darunter.“

O-Ton: Geräusch: Posthorn und LKW

„Also, ab 300, in der Regel ab 500 Soldaten gibt es ein Feldpostamt. Das heißt aber nicht, wenn es kein Feldpostamt gibt, dass die Soldaten dann ohne Post sind. Das macht die Bundeswehr dann intern über ihre logistischen Wege.“  Zum Beispiel für die 11 Bundeswehrsoldaten der UNOMIG-Mission in Georgien. Die beiden deutschen Militärs in Äthiopien und Eritrea übrigens werden über die UNO-Kanäle versorgt. Ansonsten, so der Feldpostbeauftragte der Post AG, Kellermann:

O-Ton:

„Zurzeit ist es so, dass es pro Jahr drei Kontingente gibt, die wir jeweils mit 35 bis 40 Feldpost-Soldaten/Reservisten besetzen.“ Darunter Rainer H*. Nach Kabul und Prizren hat es den Postangestellten aus dem Weser-Bergland nun nach Süd-Usbekistan verschlagen, wo er vier Monate lang, bis März beim Bundeswehr-„Einsatzgeschwader Termez" bleiben wird:

O-Ton:

Feldpostschalter)

„Hier vor Ort sind so ungefähr 300 Kameraden. Ich bin hier Leiter von einem Feldpostamt und für die Versorgung der Kameraden mit Postleistungen verantwortlich. Das kann man sich vorstellen wie ein kleines Postamt in Deutschland.“ Zweimal pro Woche landet ein Bundeswehrflieger samt Post in Termez. Wenig später geht es zurück mit den Sendungen für zu Hause. Es sei denn, das Wetter spielt nicht mit:

O-Ton:

„Letzte Woche und Anfang der Woche hatten wir nicht so ideales Flugwetter. Es war also morgens Schneefall, kalte Temperaturen, es war teilweise zugezogen, also da war es nicht so gut.“ Denn dann kommt es zu Verzögerungen und manchmal fällt ein Flug aus. Ärgerlich ist so etwas immer, doch gerade jetzt wäre es besonders unschön meint Höke, denn:

O-Ton

„Wir sind über 4000 km von zu Haue weg und da ist ein Päckchen, ein Brief, eine Postkarte ein Zeichen von zu Hause, worauf und worüber man sich jederzeit freut. Erst recht jetzt zur Weihnachtszeit die selbstgebackenen Plätzchen oder der selbstgebackene Kuchen von der Mutter oder von der Partnerin - das ist ein tolles Weihnachtsgeschenk oder jetzt zur Adventszeit eine tolle Sache.“

O-Ton: Geräusch Posthorn und LKW

Auch auf dem Balkan sind Bundeswehrsoldaten postalisch zu versorgen, wobei die Sendungen für die Truppen in Bosnien auf dem Landweg mit Zug und LKW nach Raijlovac gelangen. Dort hat Dirk A* schon einmal ein Feldpostamt geleitet und dabei gelernt:

O-Ton:

„Trotz Internet und Telefon hat man gesehen, freut sich jeder Soldat, egal ob Mannschaftsdienstgrad oder Offizier, über einen Brief aus der Heimat. Es ist eigentlich ein Phänomen, dass dieser Brief, wie er früher mal war, hier wieder son bisschen auflebt.“

Allerdings sind Feldpostsoldaten mitunter auch Überbringer schlechter Nachrichten:

O-Ton:

„Es ist nun mal leider so, dass viele Beziehungen leider zu Bruch gehen. Und wenn die dann einen Brief von ihrer Freundin kriegen, der auch negativ ist – das merkt man schon sehr an den Gesichtern. Umgekehrt allerdings auch wieder, wenn es etwas Positives ist für den Soldaten.“

Das hat auch Gerd B* erlebt, als er in einem Feldpostamt der KFOR arbeitete. Die Sendungen ins Kosovo werden übrigens zunächst ins griechische Thessaloniki geflogen, dann per LKW ins mazedonische Strumica gefahren und von dort aus in eines der halben Dutzend Feldpostämter der deutschen Truppe gebracht. Retour das gleiche und B* weiß: wer sich bis dahin noch nie der herkömmlichen Kulturtechnik bedient hatte - das ändert sich im Auslandseinsatz. Zum einen gibt es dort selten moderne Telekommunikationsnetze, zum anderen gilt, fernab der Heimat und umgeben von fremden Gebräuchen, Kriegselend und Not:

O-Ton:

„Es ist angenehmer, sich etwas von der Seele zu schreiben, als das am Telefon zu sagen. Was man im Moment wahrnimmt oder die Eindrücke, die man unten wahrnimmt, das kann man nicht so einfach. Also ich hab selber eine leichte Blockade gehabt. Man möchte auch zu Hause die Familie nicht verunsichern.“

O-Ton: Geräusch: Posthorn und Flugzeug

Der gerade beendete Kongo-Einsatz stellte höchste Ansprüche an Armee und Post, doch inzwischen ist das Feldpostamt in Kinshasa wieder abgebaut. Nun stellt wieder Afghanistan die größte Herausforderung dar, erzählt Oberstleutnant Gunter G*. Eine vernünftige Versorgung sei nur per Lufttransport zu gewährleisten und das für knapp 3.000 Soldaten an verschiedenen Standorten.

Gabler muss es wissen: er koordiniert das Ganze von der Bundeswehrseite aus, er ist Chef der Feldpost-Leitstelle in Darmstadt, das ist die einzige Schleuse für die Post aus dem Inland für die Einsatzverbände und zurück. Übrigens: ob nach Termez oder Faizabad - die Postleitzahl muss stets lauten: "64298 Darmstadt". Ansonsten sind die Briefe zu frankieren, als schickte man sie von Neubrandenburg nach Kiel und wie im zivilen Postverkehr auch, darf auch der Zoll die Sendungen kontrollieren. Ansonsten gilt:

O-Ton:

„Die geschickte Feldpost an die Soldaten und von den Soldaten zurück obliegt weiterhin dem Postgeheimnis. Hier guckt kein Militär drauf nach dem Motto: `Was versendet der den gerade?`“ Jedenfalls arbeiten auch in Darmstadt ausschließlich Angestellte der Post AG, die sich für den Feldpostpool zur Verfügung stellen. Aus dem hat sich die Bundeswehr gerade erst wieder kräftig bedient, erklärt Gunter G* mit Blick auf Weihnachten, denn:

O-Ton:

„Nach den Erfahrungen aus dem Jahr 2005 rechnen wir wieder mit einem Aufkommen, das so in etwa dem Volumen einer Stadt mit 70.000 Einwohnern entspricht. Dafür ist Vorsorge getroffen: wir haben die Anzahl der Beschäftigten hier in diesem Bereich etwas erhöht, so dass im Moment 13 Beschäftigte der Post hier als Soldaten Dienst tun und dieses Volumen abwickeln.“ Übrigens: demnächst gibt es wohl auch eine sozusagen „Christel von der Feldpost". Was bislang nur gedienten Postmitarbeitern möglich war, soll auf weibliches und armee-unerfahrenes Personal ausgedehnt werden. Die ersten Auswahlverfahren laufen bereits. ....

 

Beitrag des NDR aus der Reihe Streitkräfte und Strategien

Sammeln und Helfen


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