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Die deutsche Feldpost

Um Feldpost aus dem Ausland oder in das Ausland zu befördern, bedient sich die Bundeswehr der sog. Feldpostleitstellen. Diese übernehmen Sendungen aus der "gelben Post" und befördern sie dann mit der Feldpost weiter in das Einsatzgebiet. Umgekehrt werden Sendungen, die bei den jeweiligen Fpämtern eingeliefert wurden, in der Leitstelle an die "gelbe Post" übergeben. Wie das funktioniert, kann ich anhand von Originalunterlagen zeigen, die aber NICHT MEHR stimmen, sondern den Stand zum SFOR-Einsatz um ca. 1997
Vorsorglich weise ich daraufhin, dass diese Unterlage damals vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesministerium für Verteidigung verschickt wurde und somit keine Verschlusssache darstellt. Adressen usw. habe ich ggf. wie immer unkenntlich gemacht!

 

1. Wie gelangt Feldpost an den Empfänger im Einsatzland?

 

Wie der folgenden Grafik zu entnehmen ist, wurden hier zu (um 1997) zwei Stellen eingerichtet: Germersheim für den Briefverkehr und Bruchsal (Speyer) für den Paketverkehr. Über die in Germersheim angesiedelte Leitstelle wurde dann das Postaufkommen zum Abflughafen transportiert, dann per Luftfracht zum Empfängerflughafen transportiert und dann über die jeweiligen FpÄmter auf die Einheiten verteilt.

LINKS:
Grafische Darstellung des Weges der Feldpost anhand einer Originalunterlage der Bundeswehr


RECHTS:
Beutelfahne des FpA 7321 in Djibouti mit Zudruck LogBasis Djibouti

Eine genauere Darstellung (diesmal mit Einheiten) ist dem zweiten Blatt zu entnehmen: Über die Post in 76727 Germersheim wurden die Sendungen in das GeräteDepot Germersheim gebracht. Von dort zum Flughafen Penzing und mittels Heeresfliegertransportstaffel nach Sarajevo befördert. Parallel dazu wurde ein Teil des aufkommens auch per Spedition nach Sarajevo geliefert. In Sarajevo wiederum wurde das UgFpA (ÜbergabeFpAmt) eingerichtet, dass wiederum die FpÄmter Rajlovac1 und Rajlovac 2 mit der Post belieferte. Hier wurde dann die Post von Postbeauftragten abgeholt

Grafische Darstellung des Weges der Feldpost anhand einer Originalunterlage der Bundeswehr

2. Wie gelangt Feldpost in die Heimat?

Hierzu wurde der oben beschriebene Weg umgekehrt genutzt. Die in den FpÄmtern abgeschlagenen Cachet-Stempel mögen für strenge Sammler ein Greuel sein, für Feldpostsammler sind sie aber z.T. die einzige Möglichkeit des Nachweises, wann welches FpA wo stationiert war.

3. Hat die Leitstelle auch einen Stempel?

Ja - das ist derzeit die "6700" mit Standort in Darmstadt. Dieser Standort wird wohl seit dem 01.07.1999 genutzt. Wie der Abbildung zu entnehmen ist, wurde dies "ohne Aufsehen" vollzogen und so dürfte dies ein sehr früher Beleg aus Darmstadt sein. Übrigens wurde der Zeilenstempel aus Germersheim übernommen..(untere Abbildung).

Beleg der FpLtSt in Darmstadt mit Hinweis, das die Verlegung nicht dokumentiert wurde. Stempel 6700, UB "a" vom 05.07.1999

Beleg der FpLtSt in Germersheim ohne weitere Zusätze. Stempel 6700, UB "a" vom 27.04.1999

Bitte nicht fragen, wie ich an die Belege gekommen bin, da normalerweise Sammlerpost nicht bearbeitet wird, bzw. als Postsache verschickt wurde:

Beleg der FpLtSt in Darmstadt mit Cachet "Feldpost - wir bringens rüber", Stempel 6700, UB "a" vom 05.12.00. Warum der Tagesstempel angebracht wurde? Mir unbekannt..

Beleg der FpLtSt in Germersheim, mit Cachet der Feldpost, als Postsache verschickt und nur über den Absender identifizierbar

Beutelfahne der Feldpostleitstelle 67 vom 14.10.1997 (Germersheim) für Wertsendungen zum FpA 731 C "Landcent". Seltene Kombination der beiden Stempel - Danke an Klaus...

4. Wie arbeiten die neuen Einschreibzettel ("Tracking&Tracing")?

Die neuen Label haben für die Feldpost kaum eine Bedeutung, da diese für den Versand ins Einsatzgebiet nicht verfolgt werden können. D.h., die Nachforschung würde ab der Leitstelle aufhören. Dies geht auch aus einem handschriftlichen Brief hervor, der übrigens auch wieder daraufhinweist, das Sammlersendungen nicht bearbeitet werden!

Zitat: ...Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch darauf hinweisen, dass es uns untersagt ist, Sendungen zu Sammlerzwecken zu bearbeiten...

 5. Wie sieht ein Feldpostamt aus?

Auch hier wieder aus erster Hand, wie es "damals" aussah - ein freundlicher Major W. hat für mich ein paar Fotos vom Feldpostamt Illidza geschossen. Aus dem Foto des Innenlebens kann man ermessen, unter welchen eigentlich unzumutbaren Bedingungen die Soldaten gearbeitet haben (und wohl noch heute arbeiten). Dass da kein Platz für Sammler ist, dürfte jedem klar sein!

Innenansicht des Feldpostamts Ilidza. Der Kopf wäre zwar wahrscheinlich nicht zu erkennen gewesen, aber dennoch lieber unkenntlich gemacht. In einem derartigen "Büro" wurde also die Feldpost abgefertigt...

6. Wie wird Feldpost transportiert?

Die Feldpost wurde in Feldpostsäcken transportiert, die entsprechende Beschriftungen besassen und wurden dann mit Plomben verschlossen. Auch hier kann ich Abbildungen bieten..

Original-Feldpostsack der Bundeswehr. Nicht erkennbar ist, dass am oberen Rand noch das NATO-Emblem aufgebracht ist. Den Sack verdanke ich dem oben erwähnten Major W., für dessen Hilfsbereitschaft ich mich sehr bedanke...

7. Was ist, wenn ein Soldat nicht mehr im Einsatz ist?

In diesem Fall wird die Sendung zurückgeschickt und mit einem entsprechenden Vermerk versehen. Seltsamerweise benutzt die Feldpost in Afghanistan Aufkleber, die ich im Inland noch nie gesehen habe. Vielleicht kann mir da jemand helfen?

Beleg an einen OStA der Bundeswehr, der nicht mehr in Kabul war. Aufkleber aus Kabul mit "Zurück", Barcode und handschriftlichem Hinweis.

Hier die übliche - mir bekannte Form - eines Stempels mit angekreuztem Hinweis auf unzustellbar

8. Hat die Feldpostleitstelle auch einen neuen Stempel erhalten?

Auch die FpLtSt hat im Zuge des Wechsels der Stempel einen neuen Stempel (wahrsch. sogar zwei) erhalten: 6400 und 6401. Letzteren kann ich hier auf einer Karte zeigen (plus Vergrösserung des Stempelausschnittes)

Karte von der Feldpostleitstelle Darmstadt mit dem neuen Stempel 6401a vom 21.02.2005

 

9. Welche Hilfsmittel gibt es bei der Feldpost?

Von einem fleissigen Unterstützer dieser Seite erhielt ich aus seinem letzten Einsatz die u.a. Aufkleber für Feldpost in den KFOR-Einsatz. Es handelt sich um Aufkleber, die von der Leitstelle auf Kisten angebracht wird, um die Verteilung im Zielgebiet sicherzustellen.

 

 

Aufkleber für Feldpost an das FpA Prizren (Stäbe)

 

Aufkleber für Feldpost an das FpA Prizren (Sonstige)

   

Aufkleber für Feldpost an das FpA Kosodrom

Sammeln und Helfen


Hinweis: Dies ist keine Seite für Handel mit Karten oder Briefen der Bundeswehr (Ausnahme Aktionen zugunsten des o.a. Vereins!

 

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