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Feldjäger...
...im Einsatz
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Nicht nur bei KFOR, sondern auch bei SFOR sind Feldjäger im Einsatz. Bisher war mir nur über einen Feldwebel im Kosovo (Feldjägerkompanie KFOR) - es handelt sich um den Fw der Feldjäger Marc Herrmann - eine Info dazu möglich gewesen. Dank eines Hauptmanns der Feldjägerkompanie SFOR, Hptm. R. T. kann ich nun auch einen kleinen Bericht zu SFOR präsentieren. Den Beitrag von Fw Herrmann finden Sie dann im Anschluss. Mein herzliches Danke-schön an Fw Marc Herrmann (KFOR) und Hptm R.T. (SFOR)
Artikel des KpChefs FJgKp SFOR
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Beleg des FpAmtes 730c Rajlovac vom 29.08.2003 mit Informationen zum Einsatz der Feldjäger in Bosnien/Kroatien - siehe auch den folgenden Bericht!
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...als KpChef der FJgKp SFOR und FJgStoffz des DtEinsKtg SFOR bin ich mit meiner Einheit für die militär- polizeilichen Aufgaben im kontingent zuständig (militärischer Ordnungsdienst, militärischer Verkehrsdienst, Wahrnehmung von Sicherungsaufgaben und Erhebungen/Ermittlungen) Dafür betreibt die FJgKp SFOR das FJgDstKdo Rajlovac und das abgesetzte FJgKdo in Filipovici und Mostar. Einsatzraum der Kp ist Bosnien-Heregowina und Kroatien
Artikel aus Maz&More
Prizren, Polizeigebäude, 22 Uhr. Wir sitzen in der engen, kleinen Wache der Feldjäger. Der Schichtführer, Stabsfeldwebel, erzählt einiges aus dem Dienstalltag seiner Truppe. Die Tätigkeit der Feldjäger die bei den Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen. Die Männer haben einen verantwortungsvollen Dienst zu leisten, der viele Facetten hat und eine umfangreiche Ausbildung erfordert. Sie sind auf ihren schwarzen Armbinden gleich doppelt gekennzeichnet: als "MP" und als "Feldjäger". Zusammen mit Kameraden aus Österreich, aus der Schweiz und aus der Türkei erfüllen sie die Aufgaben der Brigade-Militärpolizei. Ansonsten nehmen sie die ganz normalen Feldjäger-Tätigkeiten wahr wie zu Hause auch.
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Feldjäger im Einsatz
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Beleg des FpAmtes 731h Prizren Kosodrom vom 28.10.2002 Absender war ein Feldwebel der Feldjägerkompanie KFOR in Prizren
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Das untergliedert sich in die Bereiche: Verkehrsdienst, Ordnungsdienst, Erhebungen/Ermittlungen, Sicherheitsaufgaben, Hilfeleistungen. Zum Verkehrsdienst gehören zum Beispiel Unfallaufnahmen, Marschkontrollen, aber auch die Geschwindigkeits- und Kfz-Kontrollen. Der Ordnungsdienst umfasst solche Dinge wie die Durchführung von temporären Checkpoints, Hausdurchsuchungen, Absicherung von KFOR-Konvois, von Werttransporten oder auch Großveranstaltungen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Gruppe "MP Special Operations". Diese Männer wurden zu Hause bei der Polizei und beim Zoll zusätzlich ausgebildet. Sie werden beim Verdacht auf Straftaten hinzugezogen, um die Ermittlungen anzustellen. Die dabei festgestellten Beweise und erstellten Akten müssen gerichtsverwertbar sein und dienen gegebenenfalls dem Staatsanwalt in Deutschland als Grundlage für eine mögliche Strafverfolgung.
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Absenderstempel der Feldjäger (Militärpolizei)
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Beleg des FpAmtes 731h Prizren vom 11.11.2002 Der Fw hat seinen letzten Brief geschickt....
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Die Besonderheit im Einsatzland ist der Polizeidienst, der in enger Zusammenarbeit mit der türkischen, österreichischen und schweizerischen MP, mit der UNMIK-Police und der KPS durch geführt wird. (UNMIK-Police = Polizei der United Nations Mission in Kosovo, der Kosovo-Zivilverwaltung - KPS = Kosovo Police Service, künftige Polizei des Kosovo). Das klingt kompliziert, zumal in der UNMIK-Police Polizisten aus aller Herren Länder Dienst tun, zum Beispiel aus Bangla Desh, Jordanien oder Kamerun. Im selben Dienstzimmer, in dem wir sitzen, sind auch Angehörige jener Institutionen untergebracht. Offizielle Amtssprache ist zwar Englisch, aber auf dieser Arbeitsebene klingen doch viele unbekannte Sprachfetzen durcheinander. Trotzdem ist die Zusammenarbeit in der Praxis weitgehend reibungslos, erzählt der Stabsfeldwebel. Dann schmunzelt er: "Wenn man von solchen Dingen wie der Geschichte mit der Kuh einmal absieht" Auf Nachfrage erzählt er weiter: Von zwei indischen Beamten der UNMIK-Police wurde hier ein Bauer eingeliefert. Grund: Er hatte eine Kuh mit dem Stock geschlagen. Das war für einen Hindu, dem Kühe heilig sind, natürlich ein schweres Verbrechen. Aber wir konnten das dann gütlich erledigen." Eigentlich warten wir ja auf einen Zwischenfall, der einen Streifeneinsatz auslöst, aber vorläufig geschieht nichts. Wir machen einen Rundgang durch das voll belegte Gebäude. Der Stabsfeldwebel zeigt die in letzter Zeit sichergestellten Waffen. Einige wurden bei Hausdurchsuchungen oder Fahrzeugkontrollen gefunden; die warten hier auf den nächsten Termin zur Zerstörung. Mit anderen wurden Verbrechen begangen; die sind als Beweismittel gekennzeichnet.
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Beleg eines Majors der Feldjäger SFOR mit Stempel des FpAmtes 731c Rajlovac vom 22.02.2002 Über der Karte der Nato-Stern mit Text Feldjägerkompanie Rajlovac. Absender war ein Major der Feldjäger
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Stichwort Verbrechen: Einige der Zellen sind belegt. Die Zellen sind eng und bieten keinen Luxus außer einer Schaumstoffmatratze auf dem Bett. Bis zu 72 Stunden werden Festgenommene hier nach der Leibesvisitation und erkennungsdienstlichen Behandlung gebracht, dann in das nahe gelegene Gefängnis überführt. Aus dem Keller schlägt uns ein dumpfer Geruch entgegen; dort befinden sich die Ausnüchterungszellen, deren Betten nur aus Holzrosten bestehen, damit sie mit dem Schlauch gereinigt werden können. Rasch verlassen wir den ungemütlichen Ort. Nächste Station ist die Ausbildungseinheit für die KPS. Hier tut Polizeihauptkommissar Thomas Kner Dienst. Er berichtet, dass hier zur Zeit 31 KPS-Kadetten von sieben internationalen und zehn einheimischen Ausbildern in die praktische Polizeiarbeit eingewiesen werden. Nach zwölf Wochen Schule und nochmals vier Wochen Unterricht in der Polizei-Station Prizren erfolgt ein elfwöchiges Training auf der Straße, wobei nach und nach mehr Befugnisse und selbständigeres Handeln eingeräumt werden. Anschließend besuchen wir die türkische MP, wo man uns herzlich willkommen Heißt und uns sofort Tee anbietet. Wir haben Zeit, uns ein wenig über die Besonderheiten des Einsatzes hier zu unterhalten. Die Türken bleiben zwölf Monate im Einsatzland - ohne Urlaub. Dann kommen wir auf türkische Geschichte, besonders auf die 500-jährige Besetzung des Balkans, aber auch auf die Deutsch-Türkische Waffenbrüderschaft im 1. Weltkrieg. Die Zeit verfliegt schnell, Zeit zum Verabschieden. Immer noch kein Alarmruf; der Streifenführer entschließt sich, eine Routinestreife loszuschicken. Es gehört auch zur täglichen Arbeit, dass die MP Präsenz zeigt. Wir legen die Schutzwesten an, zwängen uns ins Streifenfahrzeug. Es geht durch die Stadt, nicht nur die Hauptstraße entlang, sondern durch einige Ecken und Winkel. Alles ruhig, nur wenige Menschen sind noch unterwegs. Da, vor uns Blaulicht! Der Fahrer beschleunigt. Wir sehen ein Unfallfahrzeug und ein Fahrzeug der KPS. Kurze Frage: "Braucht Ihr Hilfe?" - "Nein, Bagatelle, alles in Ordnung!" Nächste Station: Checkpoint Fuchsbrücke. Kurzes Gespräch mit den dort eingesetzten Soldaten: "Keine Wahrnehmungen. Alles klar." Dasselbe wiederholt sich beim Posten am Bischofssitz.
Der Streifenführer meldet über Funk, dass wir nun zum Feldlager Prizren fahren und eine Nachtkontrolle machen. Wieder auf der Hauptstraße. Plötzlich fährt mit hohem Tempo ein kleiner Wagen aus der Seitenstraße. Unser Fahrer bremst scharf, kann gerade noch einen Unfall verhindern. Das war eine deutliche Gefährdung eines KFOR-Fahrzeugs. Der kleine Wagen beschleunigt, fährt weit schneller als die erlaubten 40 km/h. Blaulicht, hinterher. Wir überholen, die Kelle kommt raus. Überprüfung: Die Papiere sind in Ordnung; das Fahrzeug ist auch nicht gestohlen. Von der anderen Straßenseite kommt ein Mann, spricht Deutsch, bietet sich als Übersetzer an. Der Fahrer des kleinen Polski-FIAT entschuldigt sich, es tut ihm leid, kosovarische Fahrweise eben. Der Streifenführer belässt es bei einer mündlichen Ermahnung. Im Feldlager fahren wir alle Winkel ab. Nirgends eine Bewegung. Wir fahren zurück zum Polizeigebäude. Auch auf den Straßen von Prizren ist es jetzt sehr ruhig geworden, kaum noch Fahrzeuge, wenig Fußgänger. Zurück in den Streifenraum. Der Streifenführer meldet dem Schichtführer, berichtet kurz über den Beinahe-Unfall und begründet seinen Entschluss, es bei einer mündlichen Ermahnung zu belassen. Bis zur Ablösung um 8 Uhr sind es noch sechs Stunden; aber die kritische Zeit ist ohne wesentliche Vorkommnisse vorbei gegangen, und nach dem bisherigen Verlauf der Nacht ist wohl nichts mehr zu erwarten. Für mich und meinen Fahrer breche ich nach einer weiteren Tasse Tee bei den türkischen Kameraden daher den Einsatz ab. Wir lachen. Die Chance ist zwar gering, aber wenn jetzt doch noch etwas wesentliches geschehen sollte, würde sich der Reporter natürlich schwarz ärgern. Doch egal wie, auch diese ziemlich ruhige Nacht gab einen guten Einblick in die verantwortungsvolle Arbeit der Feldjäger.